FAQ - Magnetventile Funktionsweise

Ansteuerungsarten von Magnetventilen

Direkt betätigte Magnetventile

Magnetventile direktgesteuert

Ventile dieser Bauart schalten das Dichtelement direkt über das Magnetsystem.

Dabei muss die Abdichtung in der Regel gegen den wirksamen Betriebsdruck allein durch den Antrieb vom Sitz abheben.

Unterstützt vom Mediumdruck hält eine Schließfeder das Ventil geschlossen. Die Funktion ist abhängig von der Sitzgröße, vom wirksamen Betriebsdruck und der Magnetkraft.

Weitere Bezeichnungen: direkt gesteuert

 

Vorgesteuerte Magnetventile / mit Differenzdruck schaltend

Magnetventile indirekt gesteuert

Ventile dieser Bauart benötigen zum Öffnen und Schließen eine Druckdifferenz des Betriebsdruckes. Der minimal notwendige Druck dafür wird als Mindestdruck im technischen Datenblatt angegeben.

Der Antrieb erfüllt hier lediglich eine Vorsteuerfunktion, durch die das Hauptdichtelement (Membrane oder Kolben) entlastet wird. Der Mediumdruck, bzw. die vorhandene Druckdifferenz hebt die Hauptdichtung an.

Bei dieser Steuerungsart können mit kleinen Magneten hohe Drücke bei großen Nennweiten gesteuert werden.

Weitere Bezeichnungen: indirekt betätigt, indirekt gesteuert, servogesteuert

 

Zwangsgesteuerte Magnetventile

Magnetventile zwangsgesteuert

Ventile dieser Bauart sind eine Kombination von vorgesteuerten und direktgesteuerten Ventilen. Sie schalten von 0 bar an und sind auch dort einsetzbar, wo direktgesteuerte Ventile Anwendung finden.

Sie werden jedoch über deren Einsatzbereich hinaus mit kleineren Magneten für höhere Drücke und größere Nennweiten geliefert.

Der Antrieb öffnet eine Vorsteuerbohrung und hebt dann direkt, oder unterstützt vom Differenzdruck zwischen Zulauf und Auslauf, das Dichtelement vom Hauptsitz ab.

Das Besondere dieser Steuerung ist, dass der Antrieb ohne Unterstützung durch den Differenzdruck zwischen Zulauf und Auslauf das Ventil öffnen und schließen kann.

Anwendungsfälle sind z.B. geschlossene Kreisläufe wie Heizungsanlagen oder Zirkulationssysteme.

Weitere Bezeichnungen: zwangsbetätigt, indirekt gesteuert mit Zwangsanhebung

 

Fremdgesteuerte Ventile

Ventile dieser Bauart werden durch ein extern eingesetztes Pilotventil oder direkt durch einen Druckluft-Anschluss gesteuert.

Dadurch können mit sauberem Steuermedium hohe Temperaturen, große Drücke, verschmutzte Medien, aggressive Betriebsmittel usw. gesteuert werden.

 

Mediengetrennte Ventile

Mediengetrennte Magenetventile wurden speziell für den Umgang mit aggressiven Flüssigkeiten oder Gasen sowie ultra-reinen Produkten entwickelt (zum Beispiel für die Analyse- oder Medizintechnik).

Sie sind so konzipiert dass eine Membran das Medium vom Funktionsteil des Ventils sicher trennen kann und dabei trotzdem ein minimales Totraumvolumen erhalten bleibt.

Die Membrane und der Ventilkörper sind hochgradig resistent gegen aggressive Medien und können dank des kleinen Totraumvolumens leicht gespült werden.

 

Schaltfunktionen

Stromlos geschlossen (N.C.)

Magnetventile stromlos geschlossen N.C.

Das Ventil ist im stromlosen Zustand geschlossen, das Medium kann nicht passieren.

Englisch: normally closed (NC)

Stromlos geöffnet (N.O.)

Magnetventile stromlos geschlossen N.C.

Das Ventil ist im stromlosen Zustand offen, das Medium kann passieren.

Englisch: normally open (NO)

Impulsventil / bi-stabil

Die Ventile sind mit einem Dauermagneten versehen. Ein kurzer Stromimpuls schaltet das Magnetventil um (zum Öffnen oder Schließen), worauf es Dank der Remanenz des Dauermagneten in seiner Stellung verharrt, ohne elektrischen Strom zu verbrauchen.

Ein Stromimpuls mit umgekehrter Polarität versetzt das Magnetventil wieder in seinen vorhergehenden Zustand.

Der elektrische Stromverbrauch und die Erwärmung der Impuls-Magnetventile sind dadurch sehr gering.

Anzahl der Wege

2-Wege

Diese Ventile besitzen zwei Anschlüsse, einen Eingang und einen Ausgang, und einen Ventilsitz.

3-Wege

Diese Ventile besitzen drei Anschlüsse, einen Eingang ,einen Ausgang sowie einen Rücklauf und zwei Ventilsitze.